Preise für Minderheiten 2009 wurden überreicht – Germanistisches Institut der ELTE unter den Prämierten

19. Dezember 2009 - 11:26 - Quelle:
Mit Bildung, Erziehung, mit der Vorstellung der gemeinschaftlichen und einzelnen Errungenschaften besonderer Talente des vielfältigen Ungarns muss man gegen die Abgrenzung, gegen die Suche nach Sündenböcken vorgehen – sagte Peter Kiss, Minister für Gesellschaftspolitik bei der Übergabe der Preise für Minderheiten 2009 am Freitag im Parlament.

Als Mitglieder der Minderheit und der Mehrheit tragen wir gleichsam große Verantwortung, um das europäische Ungarn des XXI. Jahrhunderts gemeinsam zu schützen – betonte Peter Kiss, Minister für Gesellschaftspolitik während seiner Festrede am Freitag bei der Übergabe der Preise für Minderheiten. Mit Bildung, Erziehung, mit Mitteln der Medien, mit der Vorstellung der gemeinschaftlichen und einzelnen Errungenschaften besonderer Talente des vielfältigen Ungarns muss man gegen die Abgrenzung, gegen die Suche nach Sündenböcken, gegen die verantwortungslosen und gefährlichen, mit den ruhmlosen Ideologien der Vergangenheit handelnden Figuren, Organisationen vorgehen – formulierte Peter Kiss.

Im Zusammenhang mit der Weltwirtschaftskrise sprach er darüber, dass wir unsere Zukunft gefährden, die Errungenschaften unserer bisherigen Arbeit aufbrauchen, die Chancen unserer europäischen Erfolge verspielen, wenn wir die Hände der zur Minderheit gehörenden Personen loslassen, dem Rassismus, den radikalen, die Sorgen der Staatsbürger ausnutzenden Kräften Raum geben.

Vor der Übergabe der Preise hat Peter Kiss betont, daß die heutigen Preisträger alle gesellschaftsbauende und –bildende Menschen sind. Durch ihre mühelosen, oft durch die Arbeit von Jahrzehnten oder aber trotz ihrer jungen Jahre erreichten Errungenschaften, durch ihre beispielhaften Kreationen erhöht ihre Auszeichnung das Niveau des Preises.

Prämierten des Jahres 2009

Die Preise wurden in Anwesenheit vom Staatspräsident László Sólyom und vom Präsident des Parlament Béla Katona überreicht.

Die Prämierten sind:

- József Csonka, missionarischer Pfarrer, Lehrer und Romologe für seine gemeinschaftsformende, zusammenhaltende Tätigkeit und für seine Missionsarbeit

- Dzindzisz Jorgosz Historiker, hauptamtlicher wissenschaftlicher Mitarbeiter des Forschungszentrums Mittel- und Osteuropas der Ungarischen Akademie der Wissenschaften für seine herausragende wissenschaftliche und gesellschaftliche Rolle im Dienst der Griechen in Ungarn

- Maria Haga, Lehrerin, Schulleiterin, Zeitungsredakteur für ihre vielseitige, beispielhafte Tätigkeit im Dienste der gesellschaftlichen Integration des Zigeunertums.

- István Kosztics, Jurist, Sozialarbeiter und Redakteur für seine erfolgreiche gesellschaftspolitische und kulturelle Tätigkeit im Dienste der Chancengleichheit des Zigeunertums

- György Márk, Pädagoge für seine gesellschaftspolitische Rolle im Dienste der Rumänen in Ungarn

- László Rostás, Vorsitzender der Interessenvertretung der Zigeuner im Komitat Bacs-Kiskun, Abgeordneter in der Landesselbstverwaltung der Zigeuner für seine Tätigkeit im Dienst der gesellschaftlichen Integration des Zigeunertums.

- Budaörsi Tanoda Stiftung als Anerkennung für ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Talentförderung und der Chancengleichheit

- die FUND kunstpädagogische Einrichtung für Zigeuner für Ihre herausragende Arbeit auf dem Gebiet der Talentförderung und der Förderung der Chancengleichheit benachteiligter Kinder

- das Germanistische Institut der ELTE für ihre jahrzehntelang wichtige Rolle auf dem Gebiet der Nationalitätenforschung und der deutschen Wissenschaft in Ungarn sowie für die Errungenschaften auf dem Gebiet der Lehrerausbildung

- der Verein der Bulgaren in Ungarn für seine jahrzehntelange Arbeit im Dienste der Stärkung der Minderheitengemeinschaft und der Gründung ihres institutionellen Systems.

Einen geteilten Minderheitenpreis erhielten der kroatische Kulturverein "Veseli Gradiscanci" für die Tätigkeit im Dienst der Pflege und Aufrechterhaltung der kroatischen Volksmusik- und Volkstanztraditionen und das gemischte Chor Pavel Agoston als Anerkennung seiner herausragenden Arbeit auf dem Gebiet der Sammlung und Verbreitung slowenischen Volksliedergutes in Ungarn.

Die Auszeichnung wird seit 1995 vergeben

Die staatliche Auszeichnung – die am Tage der Minderheiten (am 18. Dezember) überreicht wird – können ungarische und ausländische Personen und Organisationen erhalten, die im Dienste der Minderheiten auf dem Gebiet der Gesellschaftspolitik, Bildung, Kultur, Kirche, Wissenschaft, Medien und wirtschaftlicher Selbstorganisierung hervorragende Tätigkeit vorweisen können. Die Regierung veranstaltet – gemäß ihrer Entscheidung vom 21. 09.1995 – den Tag der Minderheiten jedes Jahr am 18. Dezember, in Gedenken an die Verabschiedung der Erklärung über die Rechte nationaler oder ethnischer, religiöser und Sprachminderheiten der Uno vom 18. Dezember 1992.

LdU - Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen
H-1026 Budapest Júlia u. 9. - +36 1 212 91 51 - ldu@ldu.hu