Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises 2009

09. November 2009 - 13:26 - Quelle:
Im Namen von Innenminister Heribert Rech und der Landesregierung Baden-Württemberg hat Ministerialdirektor Günther Benz die zahlreichen Gäste bei der Verleihung des Donauschwäbischen Kulturpreises am Montag, 2. November 2009, im Haus der Donauschwaben in Sindelfingen begrüßt. Die Donauschwaben seien in ganz besonderer Weise durch ihr unsichtbares Band der Kultur verbunden.

In ihrer zweihundertjährigen Siedlungsgeschichte hätten sie die wertvolle Erfahrung gemacht, dass Kultur die Gemeinschaft zusammenhielte. Auch in der neuen Heimat hätten sie erfahren, wie wichtig die Gemeinschaft in kultureller Verbundenheit sei. Und auch mehr als 60 Jahre nach Ende des Zweiten Weltkrieges und nach den schrecklichen Ereignissen von Vertreibung und Flucht pflegten die Donauschwaben ihre Traditionen und Brauchtümer, damit die Kultur erhalten bliebe. Nicht als Selbstzweck, sondern weil die Kulturarbeit immer auch ein Stück alte Heimat zurückbringe.

Baden-Württemberg fördere die Kultur der Vertriebenen auf vielfältige Art und Weise, zum Beispiel mit eigenen Kultur- und Forschungseinrichtungen. Das Verhältnis des Landes zu Tradition und Geschichte der Donauschwaben sei von sehr enger Natur. Aus diesem Grund habe Baden-Württemberg bereits 1954 die Patenschaft über die Volksgruppe der Donauschwaben und 1998 die Patenschaft über die Landsmannschaft der Banater Schwaben übernommen. „Und als ein zentrales und bedeutendes Element des Bekenntnisses des Landes zu den Donauschwaben hat es bereits im Jahr 1966 den Donauschwäbischen Kulturpreis ins Leben gerufen. Mit dem Preis sollen Kulturschaffende geehrt werden, die sich um die donauschwäbische Kultur besonders verdient gemacht haben“, sagte Benz. Es sollten Kulturschaffende geehrt werden, deren Werk zur Verständigung zwischen Donauschwaben und ihren Nachbarn in den Herkunftsgebieten in besonderem Maße beigetragen hätten. Der Preis solle auch ein Anreiz für donauschwäbische Künstler sein, sich weiter ihrer heimatlichen Kultur zu widmen. Im Jahr 2009 werde der Donauschwäbische Kulturpreis im Bereich Darstellende Kunst: Theater, Film und Medien vergeben. „Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Preis anerkannte Persönlichkeiten auszeichnen können, die in diesem wichtigen Bereich herausragende Leistungen für die donauschwäbische Kultur erbracht haben“, betonte Benz.

Monika Ambach

Der mit 5.000 Euro dotierte Hauptpreis werde an Monika Ambach verliehen. Sie habe sich im ungarndeutschen Kulturleben vielseitig engagiert. Vor allem mit ihren Filmserien, die die Geschichte und die Situation der Ungarndeutschen dokumentierten, hätte sie große Breitenwirkung erzielt. Besonders verdienstvoll sei ihre Fähigkeit, mit Mut und kenntnisreicher Einbeziehung historischer Fakten auch geschichtsverfälschten Trends entgegenzutreten.

Einen mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis erhielte Dr. Vladimir Geiger. Mit seinen Forschungsarbeiten und seinem mutigen Auftreten für die Wahrheitsfindung über die Geschehnisse vor und nach dem Zweiten Weltkrieg im ehemaligen Jugoslawien habe er die Medien auf sich gelenkt. Mit seinen Werken sei es ihm gelungen, jahrzehntelange Tabus aufzubrechen und die Gesellschaft für einen offenen und ehrlichen Dialog zwischen den Völkern im Sinne eines freiheitlichen Europas zu öffnen.

Ein weiterer mit 2.500 Euro dotierten Förderpreis werde an Stefan Teppert für sein Engagement zum Erhalt der donauschwäbischen Kultur verliehen. Besonders erwähnenswert sei seine Arbeit an der Herausgabe einer auf sechs Bände angelegten Donauschwäbischen Anthologie. Drei Bände mit jeweils 1.000 Seiten seien bereits erschienen.

Quelle: Innenministerium

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