Investitionen sind fertig, Schuljahr kann beginnen - Ungarndeutsches Bildungszentrum in Baja wurde durch neuen Gebäudeflügel, Schiller Gymnasium durch renovierte Sportanlage erweitert

11. September 2017 - 14:27 - Quelle: - 0 kommentier
Mit neuen Einrichtungen weiter aufgebessert starteten zwei Bildungsinstitutionen der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen ins neue Schuljahr. Im Rahmen der feierlichen Schuljahreseröffnung am 1. September wurde im Ungarndeutschen Bildungszentrum zu Baja ein neuer Gebäudeflügel übergeben, und ebenfalls am ersten Schultag hat man im Werischwarer Friedrich Schiller Gymnasium und Schülerwohnheim einen modernisierten Sportpark eingeweiht.

Ein großes Gebäudekomplex in der Gartenstadt von Baja, wo im Kindergarten, in der Grund- und Mittelschule annähernd tausend Kinder und Jugendliche Deutsch lernen und die Kultur der Ungarndeutschen pflegen: das ist das Ungarndeutsche Bildungszentrum (UBZ), wo das Schuljahr mit der Übergabe eines neuen Gebäudeteils verbunden eröffnet wurde.

„Wie die Schule der Gegenwart, so die Zukunft“ – zitierte Gabriella Scherer in ihrer Begrüßungsansprache Albert Szent-Györgyi. Die Institutionsleiterin betonte, dass die Erbauung des neuen Flügels ein beispielhaftes Ergebnis umfänglicher Kooperation und disziplinierter Planungs- und Bauarbeiten sei. Das Gebäude sei mittlerweile unentbehrlich geworden, weil die Schülerzahl von Jahr zu Jahr steige, und deshalb millionenschwere Mietkosten für die nötigen Räumlichkeiten angefallen seien.

Das neue Gebäude fügt sich harmonisch in die älteren Teile ein: die Fassade sieht fast gleich aus, und der neue Flügel ist mit dem alten Teil durch eine Brücke verbunden. Acht Klassenzimmer und zwei weitere Räumlichkeiten, die die Trennung der Schulklassen ermöglichen, wurden errichtet - alle mit Geräten und Requisiten zum Projektunterricht ausgerüstet. Es gibt auch noch eine Servierküche und einen Speisesaal, der zu Gemeinschaftszwecken genutzt werden kann. Die hellen, bunten und freundlichen Bereiche stehen von nun an Schülerinnen und Schülern der Oberstufe zur Verfügung.

„Wir sind bestrebt, die bei uns lernenden Kinder und Jugendlichen für das Leben vorzubereiten“, formulierte Institutionsleiterin Scherer. „Dazu aber, dass sie ihre eigene Entwicklung selbst vorantreiben können, müssen sie sich selber genau kennen: sowohl ihre Grenzen, als auch ihre Stärken. Unser pädagogisches Entwicklungskonzept, und in diesem Sinne auch die neuen Klassenräume haben wir der Erlebnispädagogik angepasst.“

Die Erbauung des insgesamt 1100 Quadratmeter großen Flügels kostete 460 Millionen Forint: diese Summe brachte die von der Stadt Baja, vom Komitat Bács-Kiskun, von der örtlichen und der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen gegründete Trägerstiftung der Institution selber auf. Das Ministerium für Humanressourcen steuerte 25 Millionen bei, die vor allem zur Einrichtung des Gebäudeflügels verwendet wurden.

Laut Direktorin Scherer seien aber damit die Investitionen noch längst nicht abgeschlossen. Die nächste Herausforderung sei die optimale Sicherung des zum täglichen Sport nötigen Geländes: geplant ist die baldige Errichtung eines Sportplatzes mit Fitnessgeräten und die eines geräumigen Turnsaales. Läuft alles nach Plan, dann braucht die Schule auch für Sportmöglichkeiten bald keine Miete mehr zu zahlen.

Im Friedrich-Schiller-Gymnasium in Werischwar wurde das Problem des täglichen Sports derweilen gelöst: ebenfalls am 1. September hat man in der von der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen getragenen Bildungseinrichtung eine neue Sportanlage übergeben. Diese wurde in zwei Takten erbaut: zuerst eine in vier Spuren unterteilte, 82 Meter lange Laufbahn mit Weitsprunggrube und Kugelstoßfeld, und anschließend wurde ein zu verschiedenen Ballspielen geeignetes Feld mit Tartan belegt. Ein Teil der Anlage wurde so gestaltet, dass er als Schauplatz für verschiedene Veranstaltungen im Freien dienen kann. Auch diese Investition unterstützte das Ministerium für Humanressourcen, und zwar mit 10 Millionen Forint, und der Träger stellte dazu insgesamt 20 Millionen als Eigenanteil bereit. Darüber hinaus erfolgte auch eine Heizungsmodernisierung im Wert von etwa 30 Millionen Forint.

Über die täglichen Sportstunden hinaus diene das neue Feld auch zur Vorbereitung auf Sportwettbewerbe und der Talentförderung– das hob in ihrer Ansprache Schulleiterin Erika Bogár-Szabó hervor: „In den letzten anderthalb Jahrzehnten erzielten unsere Schülerinnen und Schüler herausragende Ergebnisse an Schülerolympiaden. Um die 50 liegt die Zahl der verschiedenen Meistertitel auf Komitatsebene, aber auch von Landeswettbewerben kehrten sie oft mit Erstplatzierungen nach Hause. Sie zeichneten sich vor allem in Ballsportarten und in rhythmischer Gymnastik aus, aber die größten Erfolge erzielten sie in Athletik. Wir hoffen darauf, dass sie der neue Sportpark zu weiteren schönen Ergebnissen verhelfen wird.“

Otto Heinek, Vorsitzender der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen sprach an der Schuljahreseröffnung in Werischwar davon, dass es eine bewusste Entscheidung der Landesselbstverwaltung sei, landesweit in ungarndeutsche Bildungseinrichtungen zu investieren. Niveauvolle Kindergärten und Schulen seien nämlich der Garant für die Erhaltung der ungarndeutschen Kinder und Jugendlichen.

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