Ibolya Hock-Englender: „Auch während der Pandemie waren wir effektiv“ - Reguläre Vollversammlung der Landesselbstverwaltung ausgefallen, Entscheidungen in den aktuellen öffentlichen Angelegenheiten der ungarndeutschen Gemeinschaft von der LdU-Vorsitzenden getroffen

11. Juni 2020 - 14:38 - Quelle: - 0 kommentier
Es war das erste Mal, dass die Vollversammlung der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen (LdU) wegen der COVID-19 Pandemie nicht wie gewöhnlich tagen konnte. In allen Tagesordnungspunkten der ausgefallenen Besprechung entschied deshalb im Sinne der für den Corona-Notstand gültigen Rechtsvorschriften – jedoch erst nach Verhandlungen mit der Vollversammlung und des Kabinetts – LdU-Vorsitzende Ibolya Hock-Englender. Die den Haushalt, die Investitionen, das Bildungswesen und die Förderungen betreffenden Entscheidungen wurden mit größter Sorgfalt, mit Einbeziehung und in Absprache mit den zuständigen LdU-Ausschüssen getroffen.

Der LdU Finanz- und Kontrollausschuss beriet sich und die Vorsitzende, nahm seine Berichte über die sich im Teilbesitz der LdU befindlichen Gesellschaften, einerseits der Deutsches Haus GmbH, der Betreiberin des Hauses der Ungarndeutschen, andererseits der Városlődi Villa Nonprofit GmbH, der Betreiberin vom Jugendlager „Iglauer Park“, sowie die der von der Selbstverwaltung gegründeten, gemeinnützigen Stiftungen als Träger und Betreiber von Bildungseinrichtungen, im Wirtschaftsjahr 2019 an. Aus dem vom Ungarischen Schatzamt (MÁK) eingesandten Bericht geht hervor, dass im Wirtschaftsjahr 2019 alle LdU-Einrichtungen den Vorschriften entsprechend gewirtschaftet haben.

Auch dieses Jahr wird diese Art von Arbeit fortgesetzt. Eines der wichtigsten Projekte im Jahr 2020 ist die vollständige Erneuerung des von der LdU durch das Valeria-Koch-Bildungszentrum getragenen Kindergartens in der Szőnyi Straße in Fünfkirchen. Für dieses Projekt stellte das Ministerpräsidialamt 300 Mio. HUF brutto an nicht zurückerstattenden Mitteln zur Verfügung. Die Renovierungsarbeiten beginnen voraussichtlich im August 2020. Währenddessen werden die betreuten Kinder in einem früher als Kindergarten funktionierenden Gebäude untergebracht. Darüber hinaus kann ebenfalls mithilfe von Drittmitteln im Wert von 200 Millionen Forint auch das Deutsche Haus Wesprim saniert werden.

Im Valeria-Koch-Bildungszentrum laufen gegenwärtig auch im Schulgebäude Bauarbeiten: Es werden neue Klassenräume und ein Lehrerzimmer eingerichtet, die ermöglichen, dass ab September 2020 der Unterricht für eine weitere erste Klasse gestartet werden kann. In einem weiteren, die genannte Bildungseinrichtung betreffenden, Beschluss wurde das Mandat der Direktorin vom Valeria-Koch-Bildungszentrum, Agnes Pesti-Amrein um weitere fünf Jahre, bis 2025 verlängert. Die Meisterpädagogin und Bildungsexpertin unterrichtet seit 2004 an der genannten Einrichtung und ist seit 2019 als kommissarische Direktorin des ungarndeutschen Bildungszentrums in Fünfkirchen tätig. Ebenfalls bis 2025 wurde das Mandat der Direktorin am Friedrich-Schiller-Gymnasium in Werischwar, Erika Bogár-Szabó verlängert. Die Meisterpädagogin arbeitet seit 1999 in dieser, sich in der Trägerschaft der LdU befindlichen Bildungseinrichtung und ist da seit 2015 als Direktorin tätig. Sie ist seit 6 Jahren Mitglied der städtischen deutschen Selbstverwaltung in Werischwar.

Die Vorsitzende der LdU, Ibolya Hock-Englender bewilligte die Übernahme der Trägerschaft von zwei weiteren Bildungseinrichtungen anhand der Einbringung des LdU-Bildungsausschusses: Ab dem kommenden Schuljahr übernehmen die örtlichen Selbstverwaltungen von Baj und Nagyesztergár die Trägerschaft der Kindergärten und Kinderkrippen vor Ort.

Ab dem 1. Juni übernahm eine neue Geschäftsführerin die Leitung der Városlődi Villa GmbH. Der befristete Vertrag der früheren Leiterin des sich im Bakonyer Wald befindlichen Jugendlagers wurde einvernehmlich aufgelöst. In der Übergangsphase – die zudem auch durch die ausgebrochene Pandemie erschwert wurde – hat die geschäftsführerischen Tätigkeiten Kornelia Wágenhoffer, die Leiterin des LdU-Regionalbüros Wesprim übernommen. Die neue Leiterin, Monika Kiss, verfügt über ausländische Berufserfahrung in den Bereichen Kultur, Erwachsenenbildung und Hotellerie.

In einem Bericht informierte Katalin Lotz, die Intendantin der sich ebenfalls in der Trägerschaft der Landesselbstverwaltung der Ungarndeutschen befindenden Deutschen Bühne Ungarn (DBU) über die Arbeit des Theaters während der Corona-Pandemie. Lotz berichtete über mehr als 60 ausgefallene Auftritte des Ensembles seit dem 11. März, dessen Folgen sich in der deutlichen Reduzierung des Einkommens realisierten. Die Schauspieler baten dem Publikum seitdem Onlineinhalte in unterschiedlichen Genres an. Geplant sind schon bald Freilichtvorstellungen, und die Theaterleitung ist sehr zuversichtlich, dass die neue Saison im Herbst schon im Theatergebäude in Seksard gestartet werden kann.

Mit Einbeziehung der zuständigen Ausschüsse wurde auch über die Verteilung der vom Bundesministerium des Innern der Bundesrepublik Deutschland zur Verfügung gestellten Mittel entschieden. 50 Bewerber können mit mehr als 45.000 EUR an Zuschüssen ihre örtlichen Kulturgruppen mit Trachten oder Instrumenten ausstatten. Die Ausstattung von Mehrzweckräumlichkeiten in ungarndeutschen Bildungseinrichtungen in der Trägerschaft der örtlichen deutschen Selbstverwaltungen wird mit 61.000 EUR unterstützt.

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